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heimat

Heimat – Was bedeutet das eigentlich?

Was bedeutet Heimat für dich? „Ist doch klar“ wird sich so mancher denken, aber bei genauerem Nachdenken gerät man doch ins Grübeln. Unter Heimat versteht nämlich jeder etwas anderes: Für den einen ist Heimat ein Gefühl, für andere der Ort, an dem man lebt oder aufgewachsen ist.

Der Begriff „Heimat“ hat eine lange Geschichte und wurde vor allem in den letzten beiden Jahrhunderten ein zunehmend wichtiges Wort für uns Deutsche. Obwohl politisch oft missbraucht, drückt das kleine Wort Heimat mehr aus als Ideologien fassen können.

Das Wort „Heimat“ lässt sich sprachgeschichtlich bis ins Germanische zurückverfolgen. Wie einzigartig der deutsche Heimatbegriff ist, wird auch deutlich, wenn man ihn in andere Sprachen übersetzen will. Weder das englische Wort „homeland“ noch das italienisch „patria“ entsprechen genau der Bedeutung der Heimat. Im Duden wird Heimat wie folgt definiert:

Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).“

Heimat: ein Ort oder Gefühl?

Es geht also um das „sich zuhause fühlen“, eine Kombination aus Ortsangabe und Gefühlsausdruck. Heimat ist für jeden von uns verbunden mit inneren Bildern, Erinnerungen, Gerüchen und Empfindungen. Die Heimat ist ein Ort mit dem wir vieles assoziieren. Und es schwingt immer ein wenig Sehnsucht mit, wenn wir an unsere Heimat denken.

Egal ob wir unsere Heimat verlassen mussten oder sich einfach nur vieles verändert im Laufe der Jahre – wir sehnen uns nach etwas, das uns geprägt hat und Identität verleiht.

Kein Wunder also, dass dieses Wort in Diskussionen um Zuwanderung oder andere politische Themen so häufig verwendet wird. Es handelt sich um einen stark emotionalen Begriff, der viel bei uns auslöst. Wenn davon gesprochen wird, dass „unsere Heimat“ zum Beispiel bedroht sei, dann ist ja nicht nur ein Ort, sondern auch ein inneres Erleben gemeint. Es drückt unsere Suche nach Geborgenheit und Sicherheit aus.

Deshalb ist die Sehnsucht nach „der Heimat“ nicht nur ein deutsches, sondern allgemein menschliches Bedürfnis. Einen Ort zu finden, an dem man sich sicher und wohl fühlt, an dem man sich niederlassen, in einer Gemeinschaft leben, ein Haus bauen oder Kinder groß ziehen möchte.

Heimat finden

Doch wie findet man einen solchen Ort? Ist es zwangsläufig unser Geburtsort? In Zeiten der Mobilität und arbeitsbedingter Umzüge erscheint dies unwahrscheinlich. Manchen Menschen sagen, Heimat könne auch die Familie oder Freunde sein. Das spricht dafür, dass viele Menschen sich mehr von einem ortsbezogenen Heimatbegriff lösen und den emotionalen Aspekt stärker betonen.

Dennoch lässt sich gerade in Zeiten von Flucht und Migration nicht verleugnen, dass es bei den „Heimatgefühlen“ nicht nur um eine innere Bedeutung, sondern auch um reale Umstände geht. Denn die Geborgenheit der Heimat kann sich nur entfalten, wenn sie auch äußere Sicherheit gewährt.

Gleichzeitig darf man nicht dem Irrtum anheimfallen, dass Heimat etwas ist, was es zu verteidigen gilt. Vielmehr geht es darum Identität in etwas lebendigem, veränderlichem zu finden. Altes zu bewahren, ohne es zur Leblosigkeit zu konservieren ist eine Herausforderung – genauso wie gemeinsam Neues zu gestalten.

Letztlich gilt für die Heimat auch folgende Weisheit: „Glück wird mehr, wenn man es teilt!“

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2 Gedanken zu „Heimat – Was bedeutet das eigentlich?

  1. Ich stimme voll und ganz zu wenn es heißt, die Suche nach Heimat sei ein allgemein menschliches Bedürfnis. Der Mensch strebt danach, sich zu verorten – geistig wie materiell. Dabei füllen wir jeden Ort, an dem wir uns längere Zeit aufhalten, mit Bildern, Geschichten, Erinnerungen, bauen im Laufe eines Lebens eine ganz persönliche emotionale Landkarte auf, die unsere Geschichte erzählt und somit Teil unserer Identität ist. Ich glaube, Heimat ist zunächst einmal der Ausgangspunkt dieser Reise; mit der Zeit können aber durchaus weitere „Heimat-Stationen“ hinzukommen – viele Menschen würden sicherlich unterschreiben, gewissermaßen „pluri-patriell“ zu sein, sich an mehr als einem Ort heimisch zu fühlen. Auf jeden Fall denke ich, dass der Begriff der Heimat emotionaler und somit subjektiver Natur ist, was die Einrichtung eines Heimatministeriums in meinen Augen umso widersinniger erscheinen lässt, suggeriert doch allein der Ausdruck, dass Heimat etwas Objektives, bürokratisch Verwaltbares sei.

    1. Hallo Judith,

      vielen Dank für den tollen Text. Vor allem, dass es nicht nur eine „Heimat“ gibt, sondern nach dem „Ausgangspunkt“ noch viele weitere dazu kommen können, unterschreiben wir so gerne. Der Begriff ist natürlich eng mit Emotionen verbunden, aber irgendwie doch auch mit etwas Bürokratischem – so hat es sich zumindest ein wenig eingebürgert. 😉

      Wir sagen Danke für den tollen Kommentar und wünschen FROHE OSTERN,
      dein CRITICITY-Team.

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